Autor: Teichexperte Jürgen Saladin | zuletzt aktualisiert: 18. September 2026


Wenn sich im Oktober die Blätter der Bäume bunt färben, beginnt für Teichbesitzer die kritischste Phase des Herbstes. Was für Spaziergänger wunderschön aussieht, birgt für das Ökosystem im Gartenteich eine große Gefahr: herabfallendes Laub.

Wer jetzt nicht rechtzeitig handelt und ein Laubschutznetz über den Teich spannt, legt unfreiwillig den Grundstein für eine massive Algenplage im nächsten Frühjahr.

In diesem Ratgeber erfahren Sie Schritt für Schritt, warum ein Laubschutznetz für viele Teichbesitzer unverzichtbar ist, welches Netz das richtige für Ihren Teich ist und wie Sie es absolut sturmsicher und tierfreundlich montieren.

Warum ist Laub im Gartenteich so gefährlich?

Es klingt harmlos: Ein paar Blätter treiben auf der Wasseroberfläche. Doch das täuscht. Nach nur wenigen Tagen saugen sich die Blätter mit Wasser voll, sinken auf den Teichgrund und beginnen zu verrotten.

Bei diesem Zersetzungsprozess passiert Folgendes:

1. Nährstoffüberschuss:
Das Laub setzt große Mengen an Phosphaten und Nitraten frei. Diese Nährstoffe sind das absolute Lieblingsfutter für Fadenalgen und Schwebealgen im kommenden Frühjahr.

2. Sauerstoffmangel:
Die Bakterien, die das organische Material abbauen, verbrauchen extrem viel Sauerstoff. Unter einer geschlossenen Eisdecke im Winter kann dies schnell zu einem lebensbedrohlichen Sauerstoffmangel für Ihre Fische und Teichbewohner führen.

3. Faulgase:
Am Teichboden bildet sich giftiger Faulschlamm. Die entstehenden Gase (wie Schwefelwasserstoff) können ohne Gasaustausch nicht entweichen und vergiften das Wasser

Ein engmaschiges Teichnetz gegen Laub ist die einfachste und effektivste Methode, um diesen Teufelskreis gar nicht erst entstehen zu lassen.

Teichschutznetz für den Gartenteich

Eine Maschenweite von 15 - 20 mm für ein Teichschutznetz ist ideal

Welches Laubschutznetz ist das richtige? (Kaufberatung)

Netz ist nicht gleich Netz. Um Ihren Teich optimal zu schützen, sollten Sie beim Kauf auf drei wesentliche Faktoren achten:

Die Maschenweite

Wählen Sie die Maschenweite passend zu den umliegenden Bäumen. Haben Sie große Eichen oder Buchen im Garten, reicht eine Maschenweite von 15 bis 20 Millimetern.

Stehen in der Nähe jedoch Birken, Weiden oder Nadelbäume, sollten Sie zu einem extrem engmaschigen Netz mit 5 bis 10 Millimetern greifen. Zu große Maschen lassen die kleinen Blätter einfach durchrutschen.

Das Material

Das Netz muss den gesamten Winter über Wind, Wetter und UV-Strahlung trotzen. Achten Sie auf Bezeichnungen wie UV-stabilisiertes, reißfestes Polyethylen (PE). Billige Netze aus dem Discounter reißen oft schon beim ersten stärkeren Herbststurm oder unter der Last von nassem Laub.

Die Größe des Laubschutznetzes

Messen Sie Ihren Teich an der längsten und breitesten Stelle aus. Ganz wichtig: Rechnen Sie an jeder Seite mindestens 1 bis 1,5 Meter Puffer hinzu! Das Netz muss locker über die Uferböschung ragen, damit es am Rand sicher im Boden verankert werden kann.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Laubschutznetz richtig und sturmsicher spannen

Die größte Fehlkonstruktion ist ein Netz, das durchhängt und die Wasseroberfläche berührt. Sobald die Blätter im Wasser hängen, geben sie dennoch ihre Nährstoffe ab. Folgen Sie dieser Anleitung für ein perfektes Ergebnis:

Schritt 1: Den Teich vorbereiten

Bevor das Netz zum Einsatz kommt, keschern Sie alle bereits hineingefallenen Blätter gründlich ab. Wenn Sie eine dicke Schlammschicht auf dem Grund haben, ist jetzt der ideale Zeitpunkt, um diese mit einem Teichschlammsauger zu entfernen.

jetzt der ideale Zeitpunkt, um diese mit einem Teichschlammsauger zu entfernen.

Schritt 2: Die „Zelt-Konstruktion“ bauen (Der Profi-Trick)

Damit das Netz unter der Last von nassem Laub oder dem ersten Schnee nicht in der Mitte durchhängt, müssen Sie eine Stützkonstruktion errichten.

Methode A:
Spannen Sie dicke, witterungsbeständige Seile oder Drähte kreuzförmig über den Teich.

Methode B:
Stellen Sie ein stabiles Kunststoffrohr (z. B. ein HT-Rohr aus dem Baumarkt) oder einen umgedrehten Eimer in die Mitte einer Flachwasserzone. Führen Sie das Netz darüber, sodass eine Zeltform entsteht. Blätter rutschen so ganz von alleine zum Rand ab.

Schritt 3: Das Laubschutznetz auswerfen und fixieren

Rollen Sie das Netz vorsichtig mit mindestens zwei Personen über den Teich aus. Beginnen Sie an einer Längsseite und fixieren Sie das Netz vorläufig. Ziehen Sie es dann auf die gegenüberliegende Seite. Das Netz sollte straff über dem Wasser hängen (Abstand zur Wasseroberfläche: mindestens 20–30 cm).

Schritt 4: Die Verankerung am Ufer

Nutzen Sie spezielle Erdspieße, Netzhaken oder Erdnägel, um das Netz im Abstand von maximal einem Meter im Boden zu verankern. Haben Sie gepflasterte Uferbereiche, können Sie den Rand auch mit schweren, glatten Steinen (z. B. Flusskieseln) beschweren. Vermeiden Sie scharfe Steine, die das Netz beschädigen könnten.

Wichtiger Hinweis zum Tierschutz

Ein straff gespanntes Netz schützt nicht nur den Teich, sondern auch die Tierwelt. Wenn ein Laubnetz zu locker auf dem Boden liegt, verwandelt es sich schnell in eine tödliche Falle für Igel, Kröten oder Vögel, die sich darin verheddern können.

1. Kontrollieren Sie das Netz regelmäßig auf gefangene Tiere.

2. Spannen Sie das Netz bodennah ab, sodass keine Tiere darunter kriechen können.

3. Manche Teichbesitzer befestigen kleine bunte Bänder am Netz, damit Vögel das Hindernis rechtzeitig im Flug erkennen.

Fazit: Wenig Aufwand im Oktober, pure Freude im Frühjahr

Das Spannen eines Laubschutznetzes im Späthjahr kostet Sie etwa ein bis zwei Stunden Arbeit. Diese Zeit investieren Sie jedoch direkt in die Gesundheit Ihres Teichs. 

Wenn Sie das Netz im Dezember – sobald alle Bäume kahl sind – wieder entfernen, dürfen Sie sich auf ein biologisch stabiles, klares Wasser und einen nahezu algenfreien Start in die neue Teichsaison freuen.

Das könnte Sie auch interessieren...